Praxis Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner
Praxis Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner

Psychomotorische Ganzheitstherapie (PMG) - allgemeine Vorbemerkungen

Im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie (PMG) werden in der ärztlichen Praxis Therapieprogramme nicht nur für behinderte Kinder, sondern auch für Kinder, die lediglich AVWS (Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen), ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder auch eine Rechenschwäche aufweisen, und auch für Erwachsene erstellt.

 

Da alle diese Patienten entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklung und entsprechend ihrer speziellen Beeinträchtigung ganz individuelle Förderung benötigen, werden die unterschiedlichsten Methoden, die zurzeit auf diesem Gebiet eingesetzt werden, berücksichtigt und in das Therapieprogramm integriert. Hauptsächlich enthalten unsere Therapieprogramme Übungen nach BOBATH, AYRES, SCHMID-GIOVANNINI, CASTILLO-MORALES, KIPHARD, FRÖHLICH, AFFOLTER, PADOVAN und WARNKE. Hinzukommt noch der Einsatz der Hämoenzephalographie (HEG-basiertes Neurofeedback). Wie diese Methoden baut die PMG auch auf der Plastizität des Gehirns auf.

 

Die Übungen aus diesen Methoden werden - nach genauer und ausführlicher Anleitung in der Praxis - daheim mit dem Patienten von seiner Familie durchgeführt. Die Untersuchung des Patienten und die Anleitung der Familie sind so organisiert, dass häufige Besuche in der Praxis nicht erforderlich sind. 

 

Die Psychomotorische Ganzheitstherapie beinhaltet, dass die eigentliche Therapie von der Familie mit dem Kind/Patienten durchgeführt wird und die Besuche in der therapeutischen Praxis darum nur im Abstand von mehreren Monaten zur erneuten Kontrolle und Anpassung des Therapieplans erfolgen. Eine solche Vorgehensweise setzt voraus, dass die Familien bei den einzelnen Vorstellungsterminen gründlich angeleitet werden. Aber darüber hinaus sollten gewisse medizinische Grundlagen den Familien vertraut sein. Aus diesem Grund wird vor Aufnahme der Psychomotorischen Ganzheitstherapie ein Seminar oder eine Elternschulung durchgeführt.

 

Der Ablauf in meiner Praxis sieht nun folgendermaßen aus:

Der 1. Vorstellungstermin setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen und zwar jeweils aus einer Elternschulung und der Vorstellung des Kindes in meiner Praxis.

Der sogenannte Workshop bezieht sich speziell auf die PMG bei Kindern mit ADS/ADHS, LRS oder auch Rechenschwäche. Er ist so aufgebaut, dass zunächst der Zusammenhang von z.B. AVWS (Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen) und diesen Störungsbildern besprochen wird und dass daran anschließend  gezielt praktische Übungen mit den Eltern eingearbeitet werden, so dass zumindest ein Teil der Übungen vor dem 1. Besuch in der Praxis angewandt werden kann. Dies ist auch im Hinblick auf die relativ lange Wartezeit von großem Vorteil.

Bei Kindern mit tiefer gehenden Störungen, z.B. einer spastischen Cerebralparese, findet das Einführungsseminar über die Psychomotorische Ganzheitstherapie an einem Nachmittag und der 1. Vorstellungstermin am darauf folgenden Tag statt. Das Seminar beinhaltet unter anderem: Die altersentsprechende Entwicklung eines Kindes, die normale Funktionsweise (kurz zusammengefasst) des Gehirns, Schädigungsmöglichkeiten des Gehirns, Vorstellung von Einzelübungen aus den verschiedenen Therapieformen, die Bestandteile der PMG sind (für Kinder mit einer Cerebralparese oder auch anderer Arten von psychomotorischen Entwicklungsstörungen). Am nächsten Tag erfolgt nach der gründlichen Untersuchung des Kindes zusätzlich noch die praktische Einarbeitung in das individuell für jedes Kind erarbeitete Therapieprogramm.

Am Vorstellungstermin selbst erhalten die Familien den genau beschriebenen Therapieplan bzw. das Therapieprogramm schriftlich, etwas später per Post den ausführlichen Befundbericht.  

Die tägliche Dauer der Therapie richtet sich nach den jeweiligen Funktionseinschränkungen und den Möglichkeiten der Familie. Fest steht: Ohne eine gewisse Intensität und auch Konsequenz in der Durchführung des Therapieprogramms geht es nicht. Kinder mit umschriebenen Entwicklungsstörungen - Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche oder ADS/ADHS - erhalten meistens ein Programm für 20 – 30 Minuten pro Tag. Bei schwerbehinderten Kindern ist die Therapieintensität selbstredend deutlich höher.

Üblicherweise erfolgt die Vorstellung in meiner Praxis 2 – 3-mal pro Jahr. Selbstverständlich können in den zeitlichen Zwischenräumen aufkommende Fragen auch telefonisch geklärt werden.

Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, mit einer Logopädin zusammenzuarbeiten. Nach Absprache kommt sie zu dem jeweiligen Vorstellungstermin in meine Praxis, so dass sie hier den Patienten auf seine sprachliche Entwicklung hin untersuchen kann. Entsprechend dieser Untersuchung kann daran anschließend das gesamte Therapieprogramm erstellt werden.

Sollte es erforderlich sein, neurologische, orthopädische und augenärztliche Fragen oder auch Fragen aus dem Hals-Nasen-Ohren-Gebiet weiter abklären zu lassen, arbeite ich mit den entsprechenden Rastatter Kollegen zusammen, so dass diese eine Konsiliaruntersuchung durchführen. Deren Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Ein Vorstellungstermin in meiner Praxis dauert erfahrungsgemäß zwischen 2,5 Stunden (Patienten mit einer umschriebenen Entwicklungsstörung) und 4 Stunden (schwerstmehrfachbehinderte Patienten). Ob Ihre zuständige Krankenkasse hierfür die Kostenerstattung übernimmt, müssen Sie selbst klären. Ein gesondertes Informationsschreiben für die Krankenkasse wird Ihnen von mir bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Dies ist am sinnvollsten nach dem zweiten oder dritten Termin, da man dann erst die erreichten Erfolge beurteilen kann.

 

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© Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner