Praxis Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner
Praxis Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner

Psychomotorische Ganzheitstherapie (PMG)

Film über Frank, das Angelman-Syndrom und meine Arbeit im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie. Er bezieht sich auf einen kleinen Beitrag in der Landesschau des SWR vom 27.3.2014.

Ein Film über Frank, das Angelman-Syndrom und meine Arbeit im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie... dieser Film bezieht sich auf einen kleinen Beitrag in der Landesschau des SWR vom 27.3.2014.

 

(Video kann nur gesehen werden, wenn Flashplayer installiert ist).

 

 

 

Entstehung der Psychomotorischen Ganzheitstherapie:

 

Als Anstoß für die Psychomotorische Ganzheitstherapie steht meine private Erfahrung kombiniert mit meinem Wissen als Ärztin. Frank-Udo wurde 1988 als drittes von vier Kindern geboren.

Obwohl er unser drittes Kind war und ich mich dadurch nur wenig schonen konnte, hatte ich während der Schwangerschaft mit ihm keinerlei Beschwerden. Auch die Geburt verlief unproblematisch. Bereits in der Klinik, in den ersten Tagen nach seiner Geburt, zeigten sich bei Frank jedoch deutliche Anpassungsschwierigkeiten. Doch Sorgen in Bezug auf seine Entwicklung machten mein Mann und ich uns damals noch nicht, auch wenn bei Frank-Udo alles viel problematischer verlief als bei unseren beiden größeren Töchtern. Wir waren einfach nur stolze und glückliche Eltern.

Franks Entwicklung verlief anfangs nur leicht auffällig. Je älter er wurde, desto stärker wurde allerdings die Differenz zu Gleichaltrigen. Mit einem Jahr konnte er noch nicht sitzen, noch nicht robben und krabbeln. In Bauchlage hob er nur für wenige Sekunden den Kopf. Seine Greiffunktion hatte sich ebenfalls nur leicht gebessert. Vojta-Therapie, kombiniert mit Ergotherapie und Bobath-Therapie, die Fortschritte im ersten Lebensjahr leider nur minimal. Als Frank-Udo noch dazu die Vojta-Therapie immer mehr ablehnte, mit panikartigem Gebrüll darauf antwortete und sogar mit Temperaturerhöhung reagierte, machte uns unsere damalige Vojta-Therapeutin klar, dass ich einen anderen Weg für ihn suchen musste. Wir begannen im Januar 1990 mit einem ganzheitlichen Therapieprogramm, welches mir ein Diplom-Psychologe aus Mainz, Theo Wollweber, für Frank erarbeitet hatte. Trotz zeitlicher Mehrbelastung und einiger Umorganisationen brachte diese neue Therapieform eine gewisse Entspannung in die Familie, da der Stress durch häufige Therapeutenbesuche nun entfiel.

Mit 26 Monaten erhielt er die Diagnose Angelman-Syndrom. Zu diesem Zeitpunkt konnte er bereits robben und hatte eine gute Kopfkontrolle entwickelt. Bis hin zum Krabbeln dauerte es noch mehr als 2 Jahre, ebenfalls bis hin zum ersten Moment, in dem er beim unterstützten Stehen sein Körpergewicht alleine übernahm.

So sind motorische Übungen unsere ständigen Begleiter geworden – und genauso mein Blick auf Dinge, wie gut sie sich dafür eignen könnten, Frank zu motivieren (knisterndes Plastik, Gefäße mit Wasser drin, Gummibärchen, Popcorn, jetzt auch iPad usw.). Auch ohne dass ich dieses Motto in der Literatur gelesen hätte, hatte ich es von Anfang an verinnerlicht: „Wer gehen lernen will, muss gehen“ (Leitsatz aus der Lokomotionstherapie). Also gingen wir. Dies zunächst so, dass Frank vor mir stand und ich ihn unter den Achseln stabilisierte, mich dann etwas zur Seite neigte, dabei sein anderes Bein nach vorne schob und dann wechselte. Unsere Gehstrecken wurden länger und länger. Dann kam das Gehen auf dem Laufband hinzu. Inzwischen geht Frank in einem NF-Walker, unsere täglichen Strecken werden immer länger. 5 km sind keine Seltenheit. Von diesem Lauftraining profitiert Frank sehr.

Ergänzt wurde und wird das Therapieprogramm von Frank mit etlichen weiteren Übungen, so z.B. Rückenübungen zur symmetrischen Kräftigung der Rückenmukulatur, Übungen zur Verbesserung der taktil-kinästhetischen Wahrnehmung, des Sprachverständnisses oder auch des selbständigen Essens. Seit Kurzem setze ich auch gerne bei ihm ein Tablet ein, über das man entsprechende Apps mit Bildkarten und Wortkarten abrufen kann – er ist davon begeistert.

Letztendlich eröffnete ich 1993 mit diesem persönlichen Hintergrund aus privater Erfahrung, kombiniert mit ärztlicher und therapeutischer Weiterbildung, in Rastatt eine Praxis für entwicklungsauffällige und behinderte Kinder. Die Arbeit mit meinen Patienten, sowohl, was die Erfolge anbelangt als auch die stetig steigende Nachfrage, bestätigt mir die Notwendigkeit meines Therapiekonzeptes der Psychomotorischen Ganzheitstherapie als Alternative auf dem Gebiet der Frühförderung.

Während in den ersten Jahren meiner Praxis  hauptsächliche Kinder mit Cerebralparese oder Mehrfachbehinderung meine Patienten wurden, sind es heute auch sehr viele Kinder mit ADS/ADHS, LRS, Rechenschwäche sowie Sprachentwicklungsstörung, also Kinder mit einer Umschriebene psychomotorische Entwicklungsstörung auf Grund von Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)

 

Entsprechend unterschiedlich finden Sie die Seiten dieser Webseite aufgebaut.

 

 

 

Weitere Informationen, z.B. auch über die in der Psychomotorischen Ganzheitstherapie eingesetzten Hilfsmittel, finden Sie auf der Webseite des Fördervereins für Psychomoroische Ganzheitstherapie (PSYGA):  http://www.foerdervereinpsyga.de/

 

 

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© Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner